Der letzte Tag

Der letzte Tag begann in der Fußgängerzone von Unna. Dort hatten, anlässlich des Tag des Flüchtlings, verschiedene Initiativen Stände und informierten Bürger über die Situation der Flüchtlinge in Unna.

Aufgrund eines Zeitungsartikels war ich den Menschen dort schon bekannt und ich wurde herzlich eingeladen mitzuwirken.

Für die letzte Etappe nach Witten ist mein Freund Moritz nach Unna gekommen und hat mich mit seinem Fahrrad begleitet. Spontan haben wir entschieden noch eine Flüchtlingsunterkunft zu besuchen. Auf dem Weg lag die Erstaufnahmeeinrichtung in Dortmund. Wie erwartet wurden wir abgewiesen, weil wir uns nicht im Vorhinein angemeldet  hatten. Glücklicherweise trafen wir auf eine Gruppe angehender Erzieherinnen und zogen zur nächsten Unterkunft nicht weit entfernt. Moritz suchte dort das Gespräch mit Ferus, einem Flüchtling aus Nigeria, und ich beaufsichtigte die Kinder die mit meinem Board unterwegs waren.

 

Die Kilometer verflogen wie im Flug und wir kamen erschöpft und glücklich am Waldorfinstitut an. Die Tour war geschafft und als Zugabe haben wir am Benefizkonzert teilgenommen.

Dort erzählte ich von meiner Tour und nach der Übersetzung auf arabisch standen Flüchtlinge auf, bedankten sich bei mir und umarmten mich. Was eine schöne Geste!

Danach habe ich noch mit Moritz und Malte bei mir Zuhause gefeiert.

Tag 6: Viel Strecke und so manche Vorurteile

Heute drehte sich eigentlich alles nur ums Strecke machen und ankommen. Immerhin musste ich 56 Kilometer hinter mich bringen.
Ich brauchte heute lange, um meinen Rhythmus zu finden. Und und zu meiner – sagen wir – nicht so besonderen Laune kam noch erschwerend hinzu, dass sich mein Fußgelenk nach der  tagelangen einseitigen Belastung deutlich meldete. Auch meine Schultern, die dem schweren Rucksack standhalten mussten, straften mich mit Schmerzen. Genug gequengelt! Weiterlesen „Tag 6: Viel Strecke und so manche Vorurteile“

Tag 6: Die längste Etappe drückt aufs Gemüt

Ich habe den Verdacht, dass das nicht mein Tag wird. Bin heute schon früh wach geworden und habe mich um halb Neun von meiner Unterkunft auf den Weg gemacht, um am Bahnhof von Lippstadt mit meinem Board in Richtung Unna zu starten. Harry hat mich in die City mit seinem Handwerkerauto mitgenommen. Wieder so ein Zufall: Dort, wo er seine Werkstatt hat, leben aktuell in einer Unterkunft auch Flüchtlinge. Weiterlesen „Tag 6: Die längste Etappe drückt aufs Gemüt“

Tag 5: Ein wunderbarer Streit und kurdischer Salat

Vorab das hier: Heute war der bislang schönste Tag auf meiner Tour!

Heute Vormittag bin ich ganz entspannt nach Lippstadt gefahren. Keine Termine, kein Druck. Einfach treiben lassen. Hab mich nach 34 Kilometern dann dort auf den Marktplatz gesetzt und einfach geschaut. Eben noch schnell ein Foto bei Facebook gepostet – und da kam schon eine Gruppe an Flüchtlingen an mir vorbei. Hab versucht, ein Gespräch in Gang zu bringen – aber es scheiterte an unseren Verständigungsproblemen. Ich kein Arabisch, sie kein Deutsch oder Englisch. Schade. Wieder direkt auf den Marktplatz gesetzt. Nächster Blickkontakt. Ich bin ja hartnäckig :-) Weiterlesen „Tag 5: Ein wunderbarer Streit und kurdischer Salat“

Tag 5: Im Sonnenschein über plattes Land

Und schon wieder eine Nacht mit festem Dach überm Kopf und einem richtigen Bett: Heute habe ich bei Reinhard Menne von Paderbunt.de geschlafen. Ich finde es einfach klasse, dass ich auf meiner Tour so viele nette Menschen kennen lerne, die mir eine Übernachtungsmöglichkeit anbieten.

Gestern Abend habe ich noch lange E-Mails geschrieben. Es kommen eine Menge Anfragen und Kommentare zur Tour. Super! Immerhin habe ich es heute auf sechs Stunden Schlaf gebracht. Ich fühle mich richtig gut, und meine Beine scheinen sich an die langen Strecken gewöhnt zu haben. Sieht so aus, als wäre da ein guter Trainingseffekt. Weiterlesen „Tag 5: Im Sonnenschein über plattes Land“

Tag 4: Viel Presse und noch mehr Kinder

Nachdem ich mich mit Reinhard Menne von „Paderbunt“ an der Schule getroffen habe, stehen wir den Kinder, die sich jetzt eine Woche mit dem Thema Flüchtlinge auseinandergesetzt haben, Rede und Antwort. Die Drittklässler stellen Fragen, die Achtjährige bewegen: Wie viele Flüchtlingsheime gibt es in Paderborn? Haben die Flüchtlinge genügend zu Essen? Anschließend überreichen die Schülerinnen und Schüler noch Geschenke für Flüchtlingskinder an Reinhard – zum Beispiel Malstifte und Puppenhäuschen. Da Reinhard heute mein personal Guide ist, spendiert er mir anschließend eine Stadtführung durch Paderborn. Weiterlesen „Tag 4: Viel Presse und noch mehr Kinder“

Tag 4: Von der Doppelmatratze wieder auf die Strecke

Was für eine super Nacht! Heute hat sich mal wieder gezeigt, was vier Wände und ein Dach im Vergleich zu einem Zelt wert sind. Dimitri, der Hausmeister des Flüchtlingswohnheims von Horn-Bad Meinberg hatte mir gestern angeboten, die Nacht in der Obdachlosenunterkunft der Stadt zu verbringen. Das Angebot hab ich doch gerne angenommen. Ein einfach eingerichteter Kellerraum, trocken, sauber. Und ein Bett mit sogar zwei Matratzen. Ben, die Prinzessin auf der Erbse 😉 Weiterlesen „Tag 4: Von der Doppelmatratze wieder auf die Strecke“

Tag 3: Glücksgefühle und ein aufschlussreiches Interview

Es wurden dann doch einige Berge mehr, die ich zu Fuß rauf musste… Aber um so mehr Gelegenheiten, um mit breitem Grinsen im Gesicht wieder runterzusausen :-)

Zwischendurch kam erst die Absage vom NDR-Rundfunk und dann noch die Nachricht, dass man in dem Flüchtlingsheim, dass ich besuchen wollte, dann doch keine Zeit hätte… Mann, ich war echt sauer!

Das war auch schon der Tiefpunkt des Tages. Jetzt bloß nicht runterziehen lassen! Wieder rauf aufs Board. Ich rappte mir meinen Frust von der Seele und sang einfach laut alle passenden Lieder laut aus mir heraus. Okay, einige Passanten haben mich schon komisch angeschaut, aber mich hats echt befreit. Weiterlesen „Tag 3: Glücksgefühle und ein aufschlussreiches Interview“

Tag 3: Von der Weser in den Nebel

Gestern Abend habe ich mich noch auf den Weg gemacht: ein bisschen was essen und trinken und schauen, auf wen ich so treffe. Gelandet bin ich in der „Sumpfblume“. War echt nett! Da habe ich mich zum ersten Mal in meinem Leben an eine Theke gesetzt und ein Bier getrunken. Drei nette Menschen kennengelernt und anschließend noch in eine urige Eckkneipe. 23 Uhr war Ende. Ab ins Zelt, Kraft tanken.

Mein Zeltplatz war direkt an der Weser – und außer mir waren da höchsten noch fünf andere Camper. Ich habe überraschend gut geschlafen, aber in der Nacht kamen schon die Kälte und auch Feuchtigkeit. Weiterlesen „Tag 3: Von der Weser in den Nebel“

Tag 2: Motivation, Gedanken und neue Pläne

Nachdem ich und meine Mom einige Kilometer hinter uns gelegt hatten, kamen wir zur Mittagszeit nach Springe. Hier wollten wir uns stärken – und so nahmen wir genüsslich (gemeinsam mit meinem Vater, der eigens mit dem Auto vorbeigekommen war) eine extra große Portion Kohlenhydrate in Form von Spaghetti Bolognese ein.

Bei dieser Rast konnte ich nicht nur die Energiereserven, sondern auch meinen Motivationspool wieder auffüllen. Heute Morgen hatte ich noch große Zweifel: Schaff ich das? Ist die Strecke nicht zu lang? Erreiche ich damit überhaupt meine Ziele?

Als ich jedoch auf mein Handy schaute, wurde ich sehr schnell vom Gegenteil überzeugt. Weiterlesen „Tag 2: Motivation, Gedanken und neue Pläne“